Qualitätsjournalismus gegen Fake News und Desinformation

Der 3. Mai ist internationaler Tag der Pressefreiheit. Er wurde von der UN ausgerufen, um an die Bedeutung von freier und kritischer Berichterstattung zu erinnern. Nicht in allen Ländern ist es der unabhängigen Presse möglich, ungestört zu arbeiten. Mit den neuen Möglichkeiten, die KI und Bildbearbeitung bieten, kommt aber auch ein neues Problem auf seriöse Medien zu. Denn mit Deep Fakes und der schnellen Verbreitung von Fake News über die Algorithmen der sozialen Medien ist es nicht mehr so leicht, Fakten und Fakes zu unterscheiden.

Dazu hat die Außenstelle Ludwigsburg der Landeszentrale für politische Bildung mit Tageszeitungen wie Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten und anderen Medienunternehmen zusammengearbeitet, um in der Woche um den 3. Mai herum die Schülermedientage an Schulen im Regierungsbezirk Stuttgart durchzuführen. Redakteur:innen und Moderator:innen kamen an die Schulen, um die Schüler:innen über die Gefahr von Fake News und die Bedeutung von seriöser und unabhängiger Berichterstattung zu informieren und Fragen zu beantworten. Hinterher wurde gemeinsam an echten Beispielen geübt, Fakes zu erkennen, etwa beim Bild vom Papst in weißer Daunenjacke oder ernster mit vermeintlichen Bildern aus Kriegsgebieten, die am Ende aber aus einem Videospiel stammten. So soll den Schüler:innen vermittelt werden, wie sie kritisch Medien und Nachrichten konsumieren, um weniger leicht auf emotionalisierende und skandalisierende Falschnachrichten hereinzufallen.

ZDF-Journalist Marcus Niehaves zu Besuch im Beruflichen Schulzentrum Bietigheim-Bissingen

Am internationalen Tag der Pressefreiheit, dem 3. Mai 2024, kam mit Marcus Niehaves der Moderator des ZDF Wirtschaftsmagazins WISO zu Besuch ins Berufliche Schulzentrum Bietigheim-Bissingen. Sein Besuch wurde in einer Kooperation mit der LpB-Außenstelle Ludwigsburg im Rahmen der Schülermedientage organisiert.

Marcus Niehaves stellte dort den fünf Schulklassen seinen Beruf vor. Journalismus sei ein „ernsthafter Beruf“, sagte er und fügte dann hinzu: „Journalismus ist ein sehr kreativer Beruf“. Dass der Beruf des Fernsehmoderators sehr abwechslungsreich ist, stellte er mit einigen kurzen Clips aus seinem eigenen beruflichen Werdegang dar. Dabei wurde deutlich, dass es nicht den einen Weg gibt, um in diesen Beruf zu kommen. Studium und Volontariat bieten sich an, aber es gibt auch andere Wege und Fächer, um den Einstieg zu finden. Inzwischen sei der Beruf auch viel mehr als nur reines Fernsehen, auch die sozialen Medien müssten bei neuen Formaten mitbedacht werden.

 

Eine kurze digitale Umfrage bei den Jugendlichen zeigte die Bedeutung der neuen Medien. So gaben etwa 62% der Teilnehmenden an, täglich TikTok zu benutzen – ein Medium, das inzwischen wegen der darauf verbreiteten Falschnachrichten häufiger negative Aufmerksamkeit erhielt.

Marcus Niehaves kam zum Kernpunkt seines Besuches, der von Schulleiter Stefan Ranzinger eingangs bereits hervorgehoben wurde:
Wichtig ist es, die Informationen, die einem präsentiert werden, kritisch zu hinterfragen. Sowohl er als Journalist, der sicherstellen muss, dass er faktentreu und nicht einseitig berichtet, aber auch die Leserschaft von Nachrichten müssen zwischen glaubhaften und zweifelhaften Quellen unterscheiden können.

Fake News

Fake News sind Falschinformationen, die bewusst und in manipulativer Absicht gestreut werden, um das Zielpublikum zu emotionalisieren und dadurch von einer bestimmten Meinung zu überzeugen. Hierbei bringen KI-generierte Bilder, die auf den ersten Blick täuschend echt aussehen, ganz neue Herausforderungen mit sich. Marcus Niehaves wies hierbei auf den Pressekodex hin, dem sich zum Beispiel auch das ZDF verschrieben hat. Hier gelten klare Regeln: Bei Fehlern muss anschließend eine Richtigstellung erfolgen. „Wir dürfen keine Fehler machen.“ Natürlich passiere es ab und zu, aber dann müsse damit transparent und deutlich umgegangen werden. Und auch für den Umgang mit KI gelten beim ZDF klare Regeln.
 

Anschließend teilte Marcus Niehaves einige Beispiele für Deep Fakes und Fake News und machte deutlich, wie diese erkannt werden könnten. Bevor man eine Nachricht weiterleitet, erst einmal kritisch hinterfragen:

  • Von wem kommt diese Nachricht?
  • Was sind die Quellen?
  • Ist die Nachricht neutral und informierend gehalten oder reißerisch und emotional?
  • Was sagen andere Stimmen dazu?

Bei Bildern kann zudem eine Rückwärtssuche bei Google zeigen, ob sie aus anderen Kontexten stammen, eventuell schon älter sind oder verändert wurden.
Schließlich betonte er auch noch einmal die Bedeutung von Medienkompetenz in Bildung und Erziehung. Bildung sei wichtig, um Fake News zu begegnen. Auch sei es wichtig, den Wert der freien Presse für die demokratische Gesellschaft zu erkennen. Gefährlich sei die zunehmende Egalhaltung zur Wahrheit. „Wenn Menschen nicht mehr erreicht werden, wird es problematisch“.

Zum Abschluss stand die Forderung: Mehr Politikunterricht an den Schulen! Und an die Schüler und Schülerinnen gewandt:

Nutzt die sozialen Medien, aber bleibt dabei offen und kritisch!
Nutzt seriöse Quellen und Medienunternehmen zum Faktencheck!

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